Schönheitschirurgen müssen Grenzen aufzeigen

Freitag, 23. April 2010

Nach Ansicht des Präsidenten der Deutschen Gesellschaft der Plastischen Chirurgen, Günter Germann, sollten Schönheitschirurgen ihren Patienten deutliche Grenzen aufzeigen. Er warnt davor, dass aus sinnvollen Schönheitsoperationen eine reine Lifestyle-Chirurgie wird, die immer nur dem Trend folgt. Weiterhin meint Herr Germann anlässlich eines Interwies zu dem aktuell in Berlin stattfindenden Chirurgenkongress vom 20. bis 23. April, dass die Würde des Patienten nicht verletzt werden darf. „Denn auch wenn ein Patient zu mir kommt und um einen bestimmten Eingriff bittet, muss ich überlegen, ob ich das vertreten kann. Wir Mediziner müssen aufpassen, dass wir die Patienten nicht entstellen.“

Die seriöse ästhetische Chirurgie kann ein Weg zu einer Wiederherstellung oder Beeinflussung des Körperbildes sein und somit das Selbstwertgefühl des Patienten deutlich heben. Dies gelte vor allen Dingen für die Rekonstruktion einer weiblichen Brust nach Krebsamputation, beim Ohren anlegen und Nasenkorrekturen beispielsweise. Dennoch muss es auch Grenzen geben. Eine liegt bei dem Versuch der Nachbildung von anderen Menschen („Ich möchte den gleichen Po wie Jennifer Lopez.“) Weiterhin meint Germann, sollten die ästhetischen Chirurgen versuchen, den Charakter des Menschen zu erhalten: „Wir dürfen nicht zu bloßen Erfüllungsgehilfen werden, sondern zum Berater. Ein Berater, der Patienten seriös über Machbares, Unrealistisches und erwartbare Schwierigkeiten informiert.“